Es ist Ende Juni 2023. Nach vier Monaten in Mexiko, meist am Cerrios Beach, fliegen wir von Baja California Sur nach Zürich und zurück. Die Hin- und Rückreisen sollen im August 2023 stattfinden. An der Baja California Sur ist im August Nebensaison. In den anderen Regionen Mexikos allerdings nicht: Es sind Schulferien.
Mit Layover in den USA von Baja California Sur nach Zürich
Dieses Mal möchten wir gerne mit nur einem Stopover durchkommen und über die USA fliegen. In Mazatlán und auf der Baja California Sur haben wir viele US Amerikaner kennengelernt und Lust bekommen, mal wieder die USA zu bereisen. Das macht den Flug tatsächlich günstiger, so dass die Übernachtungskosten fast bezahlt sind.
Unser günstigstes Angebot von Los Cabos nach Zürich ist mit Zwischenstopp in San Francisco. Der Rückflug wird über Chicago gehen. In beiden Städten haben wir einen Layover, d.h. einen Stopover mit Übernachtung, eingeplant.

Zwar haben wir netto nur je einen halben Tag in beiden Städten, das ist jedoch für uns ausreichend, um einen kleinen Eindruck zu gewinnen. Ein weiterer Vorteil vom Layover ist, dass der Zeitdruck für den Anschlussflug entfällt.
Von Cerritos Beach nach San Francisco
Wir verlassen Cerritos Beach in der in heissen Jahreszeit, d.h. bei Tagestemperaturen von über 40 Grad Celsius (siehe auch: Wetter in der Baja California Sur). Am Morgen haben wir noch eine kleine Schwimmeinheit im Pool absolviert und sind nun bereit, die Muskeln mehrere Stunden lang ruhen zu lassen.
Während wir unser Auto bei San Jose Park n Fly direkt am Flughafen abgeben, rinnt noch der Schweiss. Nun werden wir die ultraleichten Sachen für einige Wochen nicht mehr brauchen. Ein Shuttle Bus bringt uns zum Terminal 2 für internationale Flüge.
Der Abflug in Los Cabos (SJD) geht pünktlich. Das ist leider keine Selbstverständlichkeit. Nach gut drei Flugstunden landen wir um 20.22h in San Francisco.
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Erste Eindrücke von San Francisco
Die Einreise in die USA geht zügig – sehr zu unserer Freude. Nun wollen wir schnell ins Hotel und dann noch etwas essen und oder trinken.
Unser Hotel, das Hotel Stratford liegt super zentral in der Powell Street, Nähe Union Square. Das Hotel hat ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Das Zimmer ist klein, dafür aber modern und gepflegt. Die Übernachtung kostet 120 USD.
Wir können direkt mit der S-Bahn (BART) vom Flughafen nach San Francisco downtown fahren. Der Zug in die Innenstadt ist schnell gefunden. Der Ticketautomat akzeptiert sowohl Bargeld als auch unsere Revolut Kreditkarte zur Bezahlung der 10.50 USD. Alles Easy.
Die Fahrt zum Union Square dauert ca. 30 Minuten und das Hotel ist dann auch nur wenige 100 Meter entfernt.
Es ist bereits dunkel und das Stadtzentrum ist überraschend leer. Das Wetter: eher herbstlich. Auf dem Weg zum Hotel begegnen uns vor allem bettelnde und verwahrloste Menschen. Darunter auch junge Leute mit auffälliger Motorik, die in Selbstgespräche vertieft sind.
Bierchen in San Francisco: Ein teurer Spass
Nun wollen wir noch schnell etwas kleines essen und ein Bier trinken. Wir suchen die nächstgelegene Beiz auf, Sam’s Cable Car Lounge. Der Blick auf die Preise lässt uns den Appetit vergessen. Ein 0.3er Bier kostet 12 US$. Nach dem einem Bier wechseln wir die Location.
Die ersten Eindrücke wiederholen sich jedoch: Die Innenstadt scheint ausgestorben. Wo sind die flanierenden Touristen? Auch die Preise ändern sich nicht. Die Inflation scheint zugeschlagen zu haben. Zum Glück geniessen wir gerade einen attraktiven Wechselkurs. Wir lassen den Abend ausklingen in der Hotelbar im The Westin St. Francis San Francisco.
Good Morning San Francisco
Wir stehen früh auf; wir wollen die wenigen Stunden in San Francisco nutzen. Wieder erwartet uns kühles Wetter. Ich habe gefühlt alles angezogen, was ich in meinem Rucksack habe.
Die Kaffee-Ecke im Hotel Stratford öffnet erst um 9 Uhr. Wir sind enttäuscht. Bleibt der Starbucks schräg gegenüber. Nächste Kuriosität: Es handelt sich dabei um einen To-Go-Starbucks. Kurz im Warmen hinsetzen ist Fehlanzeige.
Fahrt mit dem Cable Car in San Francisco
Wir entscheiden uns für eine Fahrt mit dem für San Francisco- typischen Cable Car. Die Endhaltestelle Powell Street liegt in unmittelbarer Nähe zum Hotel. Man könnte einfach hingehen und beim Einsteigen das Ticket bezahlen. Eine kurze Recherche ergibt aber, dass man mit der MuniMobile App die Tickets deutlich günstiger kaufen und mit der Revolut Kreditkarte bezahlen kann.





Das Tarif- und Ticketsystem vom öffentlichen Nahverkehr finden wir etwas undurchschaubar. Hier der Link zu den Cabel Car Tarifen der San Francisco Municipal Transportation Agency (SFMTA). Die Bahn fährt ca. alle 10 Minuten.
Die Zeit drängt. Wir lesen, dass die Bahnen heute nur bis 10:30h fahren. Anschliessend wird der Betrieb eingestellt, da heute 150jähriges Cabel Car Jubiläum gefeiert wird.
Wir haben keinen rechten Plan, wohin wir fahren wollen und steigen einfach ein. Ab der Station Powell Street gibt es zwei Cable Car-Linien. Die eine fährt zum Fisherman’s Wharf. Das habe ich schon mal gehört; wird schon ok sein.
Eine Hommage an Cojack: Mit dem Cable Car zur Fisherman’s Wharf
Und in der Tat: Die Fisherman’s Wharf sowie auch die Fahrt dort hin werden zu einem schönen Erlebnis. In der Bahn fühlt man sich wie bei Cojack – die Ü50-Generation wird etwas damit anfangen können. Man sitzt seitlich auf der Bank. Die Einblicke in die hügeligen Querstrassen erlauben Blicke auf das Meer und sogar auf die Golden Gate Bridge.
Die Fisherman’s Wharf ist ein kleiner, gepflegter Hafen ohne viele Schiffe. Stattdessen sieht man Triathleten beim Schwimmtraining. Es scheint ein wohlhabenderes Viertel zu sein, in dem es ein reichhaltiges kulinarisches Angebot geben soll. Dafür bleibt uns aber keine Zeit, wir müssen mit der letzten Bahn zurück zur Powell Street.
Frühstück am Union Square
Zurück am Union Square ist das Leben nun erwacht. Endlich sind sie da, die Schwärme von Touristen und Städtern. Wir haben noch etwas Zeit und versuchen, ein nettes Frühstück zu ergattern. Nach etwas Sucherei kehren wir im Caffe Central ein. Die Preise sind auch hier wieder stattlich. Ich finde weiterhin herausfordernd, dass die meisten Frühstückslokale an der frischen Luft servieren … bei immer noch unangenehmer Kälte.
Mit dem BART zum San Francisco International Airport (SFO)
Koffer aus dem Hotel holen, auschecken und nix wie zum Flughafen.
Das mit dem Bezahlen der Tickets war ja auf der Hinfahrt einfach. Aber nur auf der Hinfahrt! Am Station Union Square besteht nicht mehr die Möglichkeit, einfach ein Ticket mit der Kreditkarte zu erwerben. Wir müssen je eine Smart Card für 3 USD kaufen und dort das Guthaben drauf laden. Alles Fragen und Schauen nützt nichts: Die sogenannten Clipper Cards müssen gekauft und bar bezahlt werden. Auch gibt der Automat kein Wechselgeld. Ärgerlich ist neben dem Preisaufschlag auch der Zeitverlust. Denn nun müssen wir uns echt beeilen. Später wird die Clipper Card für uns zum Running Gag, da sie uns immer wieder beim Öffnen des Portemonnaies anlacht.
Zugute kommt uns, dass ich mir im Vorfeld die Struktur des Flughafens angeschaut habe. Den Flughafenplan findet man im Internet.
Flug von San Francisco nach Zürich
Es ist jetzt 14.15h und uns erwartet uns ein 11-stündiger Flug nach Zürich. Auch im Flugzeug ist es extrem kalt. Zum Glück habe ich ja schon so viele Sachen an :-).
Wir fliegen mit der Zeit. Das heisst: die Uhr wird neun Stunden vor gestellt. Bei der Ankunft in Zürich um 9.00h erwarten uns Sonne und moderate Temperaturen, welche wir noch für einige Tage geniessen dürfen.
Rückflug von Zürich nach Baja California Sur
Der August ist wie im Flug vergangen. In Deutschland und der Schweiz haben wir in vier Wochen viel erlebt und einiges erledigt. Eine schöne, aber anstrengende Zeit mit Übernachtungen bei Freunden, Familie und in AirB&B‘s. Wir freuen uns nun auf unser Haus am Cerritos Beach, welches wir für zwei weitere Monate gemietet haben.
Flug von Zürich nach Chicago
Beim Abflug in Zürich gegen 10.00h liegen zehn Stunden Flug vor uns. Wir fliegen mit der Sonne, also gegen die Zeit. Gegen 13.00h Ortszeit landen wir in Chicago. Der militärische Ton des Warteschlangenorganisators irritiert die Einreisenden. Bei der Passkontrolle werde ich gefragt, ob ich Lebensmittel mitführe. Ich habe einige Tafeln der schwarzen Lindt-Schokolade dabei. Diese darf ich behalten. Es geht wohl um frische Lebensmittel.
Wir haben uns für das Aloft Chicago O’Hare Hotel am Flughafen bzw. Rosemont entschieden. Ein Anruf genügt und wenige Minuten später steht der Shuttle Bus vor uns. Es ist wunderschönes Wetter: warm und sonnig. Auch das Einchecken im Hotel ist eigentlich schnell erledigt, dennoch dauert alles zusammen seine Zeit.
Mit der Blue Line nach Chicago downtown
Mit einer Vorstadtbahn namens Blue Line können wir unerwartet günstig das 25 Kilometer entfernte Stadtzentrum von Chicago erreichen. Die Station Rosemont der Blue Line sollte man in 15 Minuten erlaufen können. Wir sind aber müde und bestellen einen Uber. In nullkommanix sind wir am Bahnhof.
Erneut beginnt das Rätselraten beim Ticketkauf. Der Automat akzeptiert keine unserer Debit- oder Kreditkarten. Wir scheitern vermutlich an der geforderten Eingabe eines „postal codes“, den wir nicht haben oder kennen. Cash akzeptiert der Automat, es gibt aber auch hier kein Rückgeld. Wir haben nur grosse Noten. Am Schalter sitzt eine nette Dame, diese hat aber nur beratende Funktion. Sie darf keine Tickets verkaufen.
Wir bitten Passanten, uns unseren zu grossen Dollarschein zu wechseln. Die meist jungen Leute haben kein Bargeld dabei. Endlich finden wir einen Busfahrer, der uns weiterhilft. Die Blue Line ist ein lauter und sehr klimatisierter Zug mit normalem Publikum.
Sightseeing und Hop-On-Hop-Off Bustour in Chicago
Wir planen mal wieder, uns mit dem Hop-On-Hop-Off Bus (Big Bus) einen Überblick über Chicago zu verschaffen. Das Wetter ist dafür genial. Die bittere Pille – den viel zu hohen Preis – schlucken wir. Das Ticket kostet in der App knapp 50 US$ pro Person. Man kann auch beim Einsteigen zahlen, dann kostet es 54 US$.
Die windy city, wie Chicago genannt wird, ist heute gar nicht so windig. Wir geniessen die leichte Brise auf dem Oberdeck entlang des Lake Michigan und durch die riesengrossen Gebäudekomplexe. Auf der Big Bus-App können wir sehr gut nachvollziehen, wo sich der Bus gerade befindet.
Eindrücke von Chicago
Während der Zeit in Chicago wir fragen uns, wo die Menschen sind, die in diesen vielen Gebäuden arbeiten und leben. Auf den Balkons ist niemand zu sehen und auf der Strasse – gemessen an der Gebäudekapazität – hat es auch viel zu wenig Menschen und Autos.
Wir streifen noch ein wenig durch die Strassen. Beim Abendessen beobachten wir die flanierenden Vergnügungssuchenden, welche sich für die jetzt beginnenden Musicals schön gemacht haben. Auffallend in Chicago sind die gepflegten und sauberen Autos, die durch die Strassen fahren oder auf den Parkstreifen stehen.
Von Chicago (ORD) nach Los Cabos (SJD)
Bei meinen Recherchen zum Chicago O’Hare International Airport (ORD) fand ich mehrere Warnungen zur Grösse und Komplexität dieses Flughafens. O’Hare International ist nach Passagieren der viertgrösste Flughafen der Welt. Er hat 202 Gates an 4 Terminals, den Terminals 1, 2, 3 und … Achtung: 5! Gate Nr. 5 ist grundsätzlich für internationale Flüge vorgesehen, es gibt aber auch airlinebezogene Terminals. United Airlines fliegt Terminal 1, national und international. Daher fliegen wir ab Terminal 1 nach Los Cabos.
Abflug mit 3h Verspätung
Unser Gate ist geeignet, Wartezeiten mit Arbeiten am Computer zu verbringen. Alles ist da: Strom, Wifi, ergonomische Plätze. Und nun geht es auch los: Boarding, gleich heben wir ab. Oder doch nicht. Die freundliche Durchsage teilt uns mit, dass der Flieger kaputt ist. Also müssen wir aussteigen und eine weitere Stunde warten (insgesamt sind es dann 3 Stunden). Danach beginnt das Boarding noch mal von Vorne.
Revolut Smart Delay: Freier Lounge Zutritt, schön wärs gewesen
Zum ersten Mal hätten wir auch von der Smart Delay Versicherung unserer Revolut Karte profitieren können. Sobald die Verspätung bekannt ist, erhalten wir über die Revolut App ein Ticket für die Airport Lounge. Die wäre aber am Terminal 5. Zu weit weg, leider.
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Endlich im Flieger nach Los Cabos
Neben uns im Flieger sitzt eine redselige Chicagoerin. Sie geht davon aus, dass wir ihre Leidenschaft für deutsche Sportwagen teilen. Wir geniessen zunächst das Gespräch, welches irgendwann zum Hörbuch wird.
Die Versorgung mit Essen und Getränken im knapp 5stündigen Flug ist sehr dürftig. Gegen ca. 15.00h landen wir in Los Cabos. Hunger hat sich breit gemacht.
Ankunft in Baja California Sur / SJD International Airport
Wir sind das erste Mal im internationalen Terminal 2 in Los Cabos angekommen. Im Flugzeug werden keine Einreise-Formulare mehr verteilt.
Gleichzeitig mit uns sind einige andere Flieger gelandet. Trotz Nebensaison – weil viel zu heiss und Hurrikangefahr – stehen wir mit gefühlt tausenden von amerikanischen Touristen in der Einreiseschlange.
Am Gepäckband gibt es dann doch noch irgendwelche Zettel, welche wir erst einmal ignorieren. Es stellt sich heraus, dass diese der Zolldeklaration dienen und man sie ausfüllen muss. Sonst kommt man nicht aus dem Terminal.
Von Los Cabos nach Cerritos Beach
Es ist anfangs September und die Sonne ballert. Die Übernahme unseres Autos geht schnell und reibungslos. Den einen Monat Parkzeit hat ein mutiges Vogelpärchen genutzt, um ein Nest auf der Ladefläche von unserem Pick-up zu bauen.
Vor uns liegen jetzt noch ein Grosseinkauf, eine einstündige Autofahrt nach Cerritos Beach und der Wiederbezug des Hauses. Vorher wollen wir uns aber noch in unserer Lieblings-Birrieria in Los Cabos stärken. Birria ist eine Art Rindfleisch-Suppe. Sie wird mit Tortillas und Salat serviert und ist scharf. Das Restaurant ist einfach und wird vorwiegend von Mexikanern besucht. Wir lieben es … und man kennt uns mittlerweile.

Beim Genuss der Suppe rinnt wieder der Schweiss, wie bei der Abfahrt vor vier Wochen. Welcome to Baja!
Das letzte To-Do heute besteht im Ausräumen des Hauses. Während unserer Abwesenheit hat es den Tropischen Sturm Irwin gegeben, der eigentlich als Hurrikan die Baja Californa Sur erreichen sollte. Unsere Mitbewohnerin hat dafür gesorgt, dass nun alle Garten-, Hof- und Dachterrassenmöbel im Haus stehen. Man kann nicht mehr treten.
Wie bekommen alles noch vor Einbruch der Dunkelheit hin, was zu dieser Zeit um 18.30h stattfindet. Die Katze hat mehrere Kleidergrössen abgegeben. Während unserer Abwesenheit haben sich benachbarte Mitesser im Kampf ums Futter durchgesetzt.
Wir sind wieder zu Hause…

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