Touristische Stadtteile
Guadalajara ist eine Geschäftsstadt mit interessanter Geschichte und Kultur. Die Stadtgründung wird auf 1530 datiert; zeitweise war Guadalajara sogar die mexikanische Hauptstadt.
Wir haben drei Tage eingeplant. Zunächst fällt es uns nicht leicht, die touristisch wichtigsten Stadtteile zu identifizieren. Zentral gelegen sind das historische Zentrum, die Colonia Amerikana und der Stadtteil Chapultepec. Etwas ausserhalb liegen Zapopan (nordwestlich) und Taqulepaque (südöstlich). Beides scheinen eigene Städte zu sein, die mittlerweile nahtlos mit Guadalajara verschmolzen sind.
Wo wollen wir wohnen?
Auswahlkriterien
Unsere Unterkunft habe ich drei anhand der folgenden Kriterien ausgesucht:
- Die Unterkunft soll in der Colonia Amerikana liegen, denn ich habe über YouTube erfahren, dass es dort nette Cafés und Restaurants geben soll.
- Ich möchte in der Nähe einer Haltestation des des Hopp-on-Hopp-Off Busses logieren. So können wir unsere nachlässige Vorbereitung kompensieren, indem wir uns erst einmal rumfahren lassen.
- Es soll günstig, ruhig und sauber sein.
Ich buche im Gästehaus Tu Estancia Guadalajara ein Zimmer für 35 CHF pro Nacht. Bis heute bin ich nicht sicher, ob ich wirklich den Stadtteil Colonia Amerikana erwischt habe, denn die versprochenen Cafés und Restaurants sind nicht hier. Stattdessen finden wir viele schöne Autohäuser europäischer Marken.
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Die Lage
Konkret wohnen wir an den Arcos (Bögen), in der Nähe der Glorieta de la Minerva. (Minerva-Kreisel). Hier befindet sich ein Bus-Stopp des Tapatío-Busses. Tapatío bietet unter anderem Stadtrundfahrten in Guadalajara an. Die Statue der Minerva steht, umringt von Fontänen, in der Mitte eines riesengrossen Kreisverkehrs. Dimensionen und Verkehrschaos erinnern an Paris oder Rom. Minerva ist die römische Göttin der Künste, des Handwerks und der Weisheit. Sie soll die Verbindung Guadalajaras zu Kunst und Kultur betonen. Die Arcos de Guadalajara wurden 1938 anlässlich der Einweihung der Autobahn Mexico-Morelia-Guadalajara errichtet und symbolisieren einen Eingang zur Stadt.
Später entdecken wir noch, dass die Trolley-Bus Linie 3 in unmittelbarer Nähe zu unserer Unterkunft endet.



Unsere der Unterkunft
Unsere Unterkunft ist ein Gästehaus. Das bedeutet 1-Zimmer-Apartment mit Gemeinschaftsküche. Eine schöne Sache ist die Terrasse im Innenhof des Hauses. Dort weht eine leichte Brise und man kann ungestört Dinge recherchieren. In der angrenzenden Küche können wir unsere Getränke kühlen und finden eine kleine Auswahl an Geschirr. Unseren Rotwein müssen wir zwar aus Tequila-Gläsern trinken, aber es gibt einen Korkenzieher (was in Mexico keine Selbstverständlichkeit ist).
Das Gästehaus ist nicht besonders ausgelastet, so dass es die meiste Zeit relativ ruhig ist. Es ist, wie erhofft, sauber und die Gastgeberinnen – eine Mutter mit ihrer Tochter – sind sehr gastfreundlich und hilfsbereit. Leider zeigt das einzige Zimmerfenster ins Treppenhaus, so gibt es kein Tageslicht. Ein Ventilator an der Decke sorgt für ein bisschen Bewegung der warmen Luft. Dass sich der Schrank und das Fenster nicht schliessen lassen, nehmen wir gelassen hin. Ein Safe im Zimmer ist, wie fast überall, Fehlanzeige. Was soll’s, wir sind schliesslich in Mexico und der Preis ist unschlagbar.
Für unsere gesamte Reise habe ich mir vorgenommen, mich auf positive Veränderungen zu konzentrieren. Voilà: neben der Terrasse, die wir in Cerritos Beach nicht hatten, verfüge ich jetzt über einen Ganzkörperspiegel und kann länger als eine Minute duschen, bevor das Wasser kalt wird 🙂
Erwähnenswert ist noch eine Sache, die im mitteleuropäischen Mindset völlig undenkbar wäre. Es ist nicht nur so, dass die Treppe vom Zimmer zum Eingangsbereich in keiner Weise nach innen gesichert ist. Nach der zweiten Stufe wird die Treppe auch noch 30 Zentimeter schmaler. Ein Fehltritt könnte fatale Folgen haben.


Hier, wie überall in Mexiko gilt: Watch your step! … oder auf gut deutsch: Guck’ wo Du hin läufst.
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