Sightseeing mit den Tapatío-Bus
Heute ist Tapatío-Tag! Tapatío Tours bietet vier verschiedene Sightseeing Touren an. Allerdings wird nur die Route 1: Guadalajara Zentrum jeden Tag gefahren, die anderen drei Routen im täglichen Wechsel bedient. Welche der übrigen Routen wann gefahren werden, erfährt man vor Ort. Heute, an einem Freitag, können wir den Ausflug nach Tlaquepaque absolvieren.


Alle Touren starten im historischen Stadtzentrum, meistens direkt an der nördlichen Seite der Kathedrale.
Route 1: Guadalajra
Zunächst gilt es die Haltestelle an der Glorieta Minerva zu finden (das Monument, das von einem riesigen mehrspurigen Kreisverkehr umgeben ist). Die Haltestelle ist jedoch nirgends gekennzeichnet. Glücklicherweise hat jemand die Position auf Google Maps markiert, zumindest so ungefähr. Wir fragen uns durch und erfahren, dass sich die Haltestelle unmittelbar vor dem Spirituosenladen La Playa Express befindet. Der Verkäufer im Laden zeigt uns sogar am Computer, wann der Bus hier ankommen wird. In einer halben Stunde also. Nach einer Stunde ist es dann soweit; wir sind nun schon ordentlich durchgegart.
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Entgegen der Beschreibung im Internet verkauft der Busfahrer keine Tickets, er lässt uns aber einsteigen. Die 180 MXN (ca. 9 CHF) pro Person, die das Tagesticket kostet, werden erst an der Haltestelle im historischen Zentrum in bar entgegengenommen. Online kann man (derzeit) keine Tickets kaufen.
Der Bus ist rappelvoll, dennoch finde ich einen Platz in der ersten Reihe. Ich verstehe auch gleich warum: vorne sind die Lautsprecher und man bekommt vom angenehmen erfrischendem Fahrtwind recht wenig ab. Schatten spendet zum Glück ein Verdeck, welches am Abend entfernt werden kann. Zuerst geht es in die Colonia Amerikana. Es gibt hier tatsächlich viele Restaurants und Cafés. Wir lassen uns treiben und sind wenig orientiert. Die Sonne steht senkrecht am Himmel, vielleicht sogar bereits etwas nördlich von uns. Das macht die Orientierung schwierig. Am historischen Zentrum macht der Bus halt, wir steigen aus.
Unterwegs im Zentrum von Guadalajara
Die Abfahrt nach Tlaquepaque wird in einer halben Stunde sein (dieses Mal sehr pünktlich). Wir nutzen die Zeit, um einen kurzen Eindruck von Zentrum zu gewinnen. Neben der wunderschönen Kathedrale fällt uns ein ganzer Strassenzug mit Kaufhäusern auf, in denen ausschliesslich IT-Zubehör verkauft wird. Primär aber Handyhüllen. Wir wagen uns in diese fremde, neongrell bunte Welt. Vor allem, um eine öffentliche Toilette im 4. Stock aufzusuchen. Für sechs mexikanische Pesos (0.30 CHF ) finden wir einen sauberen, stillen Ort. Wir beschliessen, noch einmal in Ruhe zurückzukommen. Später am Tag kaufen wir in einem dieser Shops für kleines Geld ein Handy-Ladegerät (5 CHF) und eine Powerbank (12.50 CHF).
Tlaquepaque
Ein kleines buntes Dorf in Guadalajara
Mittlerweile habe ich auch einen Routenplan erhalten, den wir im Internet ebenfalls nicht finden konnten. Auf der eher unspektakulären Fahrt nach Tlaquepaque versuche ich auf dem Plan die Sehenswürdigkeiten der Strecke zuzuordnen, was nur zu Teil gelingt. Angekommen in Tlaquepaque sind wir positiv überrascht. Nachdem wir durch endlose graue Vorstadtstrassenzüge gefahren wurden, finden wir uns nun in einer schon fast pittoresken, auf jeden Fall gut erhalten Altstadt wieder. Wir schlendern durch die Gassen. Schöne Häuserfassaden, Kirchen und kleine Parks prägen das Ambiente. In den Strassenzügen und Parks sehen wir eine bunte Mischung von mexikanischen und nordamerikanischen Touristen und Einheimischen. Touristische Angebote befinden sich in direkter Nachbarschaft zu Dienstleistungen für Einheimische. Wir geniessen ein wunderschönes Flair aus Lebendigkeit und Entspannung.
Aufgrund der ersten Eindrücke bedauern wir ein wenig, dass wir nicht zumindest eine Nacht in Tlaquepaque abgestiegen sind.
El Parián de Tlaquepaque
Wir entscheiden spontan im El Parián de Tlaquepaque einzukehren. Der grosse Ringbau aus dem Jahr 1878 ist eine ehemalige Markthalle mit grossem Innenhof. In der gesamten Anlage gibt es heute ca. 18 verschiedene Restaurants.






Die Gäste sitzen vor allem im Innenhof. Als Schattenspender sorgen dort viele verschiedenfarbige Regenschirme. Eine Mariachi Band spielt Livemusik und unterstreicht das einmalige Ambiente. Unterstützt wird die Band von einer Hochzeitsgesellschaft, die, bereits deutlich ausgelassen, kräftig mit singt. Dazu tanzt eine Frau mit einem vollen Tequilaglas auf dem Kopf.
Um uns dem Trubel ein wenig zu entziehen entscheiden wir uns für eine ruhigere Ecke im El Toreo und bestellen ein paar Quesadilla. Das sind Tacos, welche cross mit Käse überbacken sind. Die Füllung kann man individuell auswählen. Gegenüber tragen Polizisten eine LKW-Ladung mit Luftballons in ein Gebäude.
Freitagabend, alle auf der Strasse, aber ohne uns.
Wieder zurück in im Zentrum von Guadalajara steigen wir noch in den Bus der Route 1. Der bringt uns zurück zur Glorieta Minerva wo unser Ausflug begann. Der Bus stoppt, wenn jemand dem Busfahrer ein Zeichen gibt. Als wir nun – mit etwas Vorlauf – dem Busfahrer signalisieren wollen, dass wir irgendwann raus wollen, hält dieser sofort an. Etwas zu früh sind wir daher am Centro Magno ausgestiegen und müssen gefühlt noch sehr weit zur Unterkunft laufen.
Es ist Freitagabend und man spürt wie die Stadt erwacht. Wir sind jedoch mittlerweile sehr müde. Vermutlich, weil die Luft hier oben einfach dünner ist als in Baja California. Im Innenhof sitzend planen wir den nächsten Tag noch ein wenig. Frühstück in einem schönen Café und eine anschliessende Bus-Tour nach Zapopan stehen auf dem Programm. Dann fallen wir ins Bett.
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