Seit unserer Ankunft in Mexico leben wir nun in einer kleinen Casita am Cerritos Beach. Mit unseren Freunden haben wir vereinbart, dass wir für 4 Wochen bleiben. Somit hatten wir nun genügend Zeit, etwas Neues zu suchen. Da wir grundsätzlich in der Nähe bleiben wollen, stehen die folgenden drei Orte zur Auswahl: Cerritos Beach, El Pescadero und Todos Santos.
Die Region: Los Cabos
Zur grundsätzlichen Einordnung: Unsere bevorzugten Orte liegen an der Pazifikküste der Baja California Sur, ca. 60 Kilometer nördlich von Los Cabos.

Los Cabos beschreibt die Region der zwei Städte Cabo San Lucas und San José del Cabo. Beide Orte liegen am Südzipfel der Halbinsel. Es handelt sich um grössere Agglomerationen mit einem Flughafen (SJD), einem Hafen für Kreuzfahrtschiffe und grosse Fähren sowie einem beeindruckenden Jachthafen. In Cabo San Lucas waren wir nun schon häufiger wegen Aufenthaltsgenehmigung, Bankkonto etc. Cabo San Lucas ist auch eine ausgewiesene Partymeile, insbesondere für junge, amerikanische Touristen. San José del Cabo befindet östlich von Cabo und ist mit dem Auto in ca. 20 Minuten zu erreichen.
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Hier kennen wir nur die grossen, prächtigen Hotels, die den Strand säumen, sowie die Autohäuser. Die Innenstadt soll schön sein. Bei Los Cabos gibt es mehrere schöne Strände mit imposanten Aussichten auf Felsen, die sich aus dem Meer erheben.
Die Region nördlich von Los Cabos
Uns zieht es aber weiter nördlich der Pazifik-Küste entlang. Hier ist es deutlich ruhiger, das Meer aber rauher und kälter. Alle drei im folgenden beschriebenen Orte liegen direkt am Meer. Am Pazifik kann man im Frühjahr vom Strand aus Wale sehen. Wir haben jetzt schon zwei Mal das Glück gehabt, dass am Nachmittag beim Baden ein Wal auftauchte. Da gab es standing ovations von den Strandbesuchern – ein eindrückliches Erlebnis.
Cerritos Beach
Der einzige Badestrand an der Pazifikküste
In Cerritos Beach findet man den einzigen schwimmbaren Strand in der Gegend. Das ist jedenfalls die offizielle Aussage. Einheimische schwimmen wohl auch an den anderen Stränden. Dort wird es dann aber schnell tief. Da die Brandung heftig ist, besteht die Herausforderung darin, wieder an Land zu kommen. Die Unterströmung zieht einen ins Meer zurück; da muss man sich geschickt auf einer Welle an Land tragen lassen können … sagen die Einheimischen.
Am Cerritos Beach geht es flach ins Meer. Die Verleiher der Surfboards sagen, dass sie nach den Schwimmern schauen. Jedenfalls solange man zwischen den gesteckten Fahnen bleibt. Der Pazifik birgt gewaltige Kräfte; hier zu baden macht mir einen riesigen Spass. Gerne stelle ich mich zu den badenden Kindern, um auf die nächste Welle zu warten. Wenn die dann kommt und bricht, kann man sich herrlich in die Gischt werfen. Die Kleinsten kreischen, wenn die Welle kommt. Danach hört man manchmal ein „oh, that did hurt“. Wie gesagt, der Pazifik ist kein Kindergeburtstag … oder eben doch :-). Seit Neuestem ist „Booggie Boarding“ zu unseren Lieblingsbeschäftigungen hinzu gekommen. Das Ziel wäre natürlich, Surfen zu lernen. Bis dahin muss ich aber noch Erfahrungen mit den Dynamiken des Ozeans sammeln. Ich mag es schon nicht, wenn mir das leichte Booggie Board um die Ohren fliegt. Nun, ich bin geduldig und wir haben Zeit.


Cerritos Beach kann man sich sonst als karges Wüstenland vorstellen, welches an ein Meer grenzt. Abseits des Highways gibt es ausschliesslich Sandpisten mit tiefen Löchern oder herausragenden Steinen. Nichts für schöne, tief liegende Autos. Neben einigen kleinen Wohnkomplexen und frei stehenden Casitas findet man hier wenige Restaurants, Cafés sowie einen Surfboard- und einen E-Bike-Verleih.
Annreise zum Cerritos Beach?


Die Abfahrt zum Cerritos Beach liegt bei Kilometer 66 am Highway 19. Offizielle Strassennamen sucht man vergebens. Unsere Freunde haben einfach ein Strassenschild aufgestellt. Die Strasse, die zu ihrem Hotel führt, trägt jetzt den Namen des Hotels Las Palmas. Wer Briefe oder Pakete empfangen will, muss in Todos Santos ein Postfach mieten. Aber heutzutage geht ja ohnehin alles per E-Mail. Von der Steuerbehörde in Mexiko gibt es auch keine Post. Jeder ist für seine Steuern selbst verantwortlich, lernen wir. Es gibt keine Erinnerungen dafür. Wer aber bereits im Januar seine Steuern bezahlt, der bekommt einen ordentlichen Discount vom Staat.
Truck Water und Abwasser in Cerritos Beach

Frischwasser wird in Cerritos Beach mit LKW‘s gebracht. Das so genannte Truck Water wird in 10’000 Liter-Chargen angeliefert und kostet 50 US$. Abwasser sammelt man in septic tanks und lässt es wiederum abholen. Auch gibt es keine öffentliche Müllabfuhr. Man ruft jemanden an, der dann den Müll holt, erfahren wir. Der Müllsack wird für 120 MXN abgeholt.
El Pescadero
Drei Kilometer weiter nördlich kommen wir nach „El Pescadero“. Obwohl wir es hier immer noch mit einem Dorf zu tun haben, ist das schon eine ganz andere Geschichte. El Pescadero zählt über 3‘000 Einwohner. Hier findet man nun auch kleine Läden für Lebens- und Putzmittel sowie Kosmetika, einen Baustoffhändler, einen Friseur, eine Tankstelle und mindestens drei Apotheken.



Für El Pescadero hat die Regierung eine Wasserversorgung aus den nahe gelegenen Bergen ermöglicht. Es ist somit eine Oase, gedacht für die Lebensmittelversorgung der umliegenden Gebiete. Fährt man vom Highway in Richtung Meer, riecht es angenehm nach Basilikum. Ich habe noch nie so grosse Basilikumfelder gesehen. Ausserdem werden Mangos, Erdbeeren, Gurken, Tomaten, Monster-Zwiebeln und anderes Gemüse angebaut. In El Pescadero erfreut sich das Auge am Grün. Am Stand „San Pedrito“ findet man Palmen und einige wenige Surfer. Zum Baden ist dieser Strand – wie oben erwähnt – nicht geeignet. Man kann aber hervorragend spazieren gehen.
Abends bleibt die Sonne etwas länger als am Cerritos Beach, wo ein Felsen für abendlichen Schatten sorgt. Am San Pedrito-Strand kann man darüber hinaus Schildkröten finden, die sich – dank einer engagierten Amerikanerin – nun auch wachsender Population erfreuen.

Todos Santos
Nochmals 8 km nördlich liegt der Ort Todos Santos. Todos Santos hat ca. 8‘000 Einwohner und geschätzt nochmal so viele Touristen. Hier findet man nun Läden für Dinge, die eher dem Luxus zuzuordnen sind: Schmuck, Lederwaren, Schuhe, Kleidung. Sie sind oft handgemacht und sehr schön. Es gibt Cafés, Restaurants, Cocktail Bars, Medical Facilities und Schulen. Auch eine Spanisch-Schule für Ausländer ist dabei. Wir kennen schon das beste Fish-Taco-Restaurant am Platz: „Santo Chilote“. Super Essen zu günstigen Preisen.






Todos Santos zählt zu den Pueblas Magicos, die aufgrund ihrer Schönheit dieses offizielle Zertifikat erlangt haben. In ganz Mexico gibt es übrigens 131 von solchen Orten. Die Stadt hat sich in den letzten Jahren ausgebreitet, insbesondere in Richtung Strand. Wir lernen: das Viertel nah am Meer heisst „Las Tunas“. Hier leben viele Zugewanderte. Auch in Todos Santos kann man das Meer im Zuge eines Spaziergangs geniessen. Wir lernen, dass die Einheimischen nicht so erfreut darüber sind, dass Zugewanderte – insbesondere aus dem Staat im Norden – hier das Land kaufen und sich nieder lassen.
Wo werden wir die künftigen Monate bleiben?
Wir sind noch auf der Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft für die nächsten Monate. Ein paar schöne Optionen haben wir schon. Für welchen Ort wir uns letztendlich entscheiden werden, dass beantworten wir Euch in einem unserer nächsten Blogs.
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