Was kommt Euch in den Sinn, wenn Ihr an Mexiko City denkt? Ein Moloch mit vielen Menschen, hoher Kriminalität und schlechter Luft?
In Europa hört man nicht viel Gutes über die Megacity Mexiko City, ausser man beschäftigt sich explizit mit ihr.
Aus meinen Vorstudien zu Mexiko hatte ich schon einige Youtube-Beiträge von jungen, in ganz Mexiko umher reisenden Amerikanern gesehen. Zu meiner Überraschung berichteten alle sehr begeistert über Mexiko City.
Begleite uns bei unserer Entdeckung der Megacity.
Mékico City heisst in Landessprache Ciudad de México und wird mit CDMX abgekürzt. Die Stadt liegt auf 2‘200m Höhe und bietet ein ganzjährig angenehmes Klima. In den Nächten kann es kühl werden, tagsüber pendeln die Temperaturen nach meiner Erfahrung um die 23-28 Grad Celsius. Zwischen Mai und Oktober sorgen kleine, bisweilen recht heftige, Regenfälle in den späten Nachmittagsstunden für Reinigung und frisches Grün.
Mexiko City, Drehscheibe für In- und Auslandsflüge
Bereist man Mexiko und will man nicht ausschliesslich auf der Yucatan-Halbinsel bleiben, kommt man um Mexiko City kaum herum. Zwar hat die Fluggesellschaft Volaris in 2023 viele Städte durch neue Inlandsflüge direkt miteinander verbunden. Auch von von den USA und Kanada werden mehr und mehr Städte in Mexiko direkt angeflogen. Dennoch: Mexiko City bleibt der grosse Hub für Reisen nach und in Mexiko.
Der Flughafen in Mexiko City kann eine Herausforderung sein. Insbesondere der Terminal 1 für Inlandsflüge hat es in sich. Nach unserer Erfahrung wird das Gate auf den Anzeigetafeln erst ca. 20 Minuten vor Boarding angezeigt. Vorher findet man den Flug manchmal gar nicht, manchmal wird eine zentrale Halle angegeben (z.B. Sala G). Es macht in dieser Phase auch keinen Sinn, Bodenpersonal zu fragen. Wenn das Gate dann klar ist, können die Entfernungen, die zu erlaufen sind, immens sein. Beim Umstieg in Mexiko City gilt daher: aufmerksam bleiben und gleichzeitig geduldig sein.
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Übernachtung beim Stop-Over in Mexiko City
Wir sind schon mehrere Male über Frankfurt oder Amsterdam kommend in Mexiko City gelandet. Fliegt man dann weiter, bietet sich ein Stop-Over mit Übernachtung in der Stadt an. Mit Flugverspätungen ist immer zu rechnen. Eine recht heftige Verspätung hatten wir bei unserer Ankunft im März 2023.
Für so eine Nacht haben wir bisher immer Hotels gewählt, die einen kostenlosen Flughafen-Shuttle anbieten. Das Angebot sieht man gut in den einschlägigen Buchungsportalen. Diese Shuttles sind sehr zuverlässig und sie fahren die ganze Nacht. Auch wenn man mal deutlich verspätet und weit nach Mitternacht landet. Die Abholung am Terminal 1 erfolgt bei fast allen Shuttles am Ausgang 4 des Flughafens (Puerta 4). Man kann dorthin laufen und dann das Hotel anrufen. Das hat bisher immer geklappt. Allerdings kann es sein, dass die Person am anderen Ende sehr leise oder schnell spricht, die Verbindung schlecht ist oder, dass sie erst jemanden ans Telefon holen müssen, der englisch spricht.
Möchte man sich diesen möglichen Stress ersparen, dann gibt es ein Hotel, das man vom Flughafen über eine Brücke gut zu Fuss erreichen kann. Wir haben es noch nicht ausprobiert, aber Bekannte von uns. Es ist das Hotel Camino Real Aeropuerto.
Mexiko City beschnuppern
Ein Stop-Over lädt dazu ein, ein wenig auf Tuchfühlung mit der Megacity zu gehen. Wenn man also mehr Zeit hat als nur eine Übernachtung, lohnt sich eine Kontaktaufnahme.
Entdeckung der Megacity mit dem Taxi
Das erste Mal in Mexiko City sind wir dem Rat von zwei Amerikanerinnen gefolgt. Wenn sie in einer neuen Stadt sind, dann lassen sie sich vom Hotel einen Taxifahrer vermitteln, von dem sie sich dann nach Gusto herum fahren lassen.
Wir haben dabei nur zwei kleine Herausforderungen wahrgenommen:
- Der Taxifahrer fragte uns, ob wir dies, das oder jenes sehen wollen. Da Du ja keine Ahnung hast, wie weit was weg ist, musst Du jedes Mal nachfragen, wie sich sein Vorschlag auf Zeitrahmen und Preis auswirkt.
- Unser Taxifahrer in Mexiko City sprach leider nicht besonders gut englisch. Und das, obwohl wir explizit um einen englischsprachigen Fahrer baten. Wir mussten sogar zunächst noch um einen anderen Fahrer bitten, da der Erste überhaupt kein Englisch sprach. Der zweite Fahrer war jedoch ein sehr angenehmer Typ, weshalb die Sprachbarriere nicht so sehr störte.
Die Highlights unserer Taxi-Tour in Mexiko City
Mit diesem Hotel-Taxi brauchten wir uns ansonsten um nichts zu kümmern. Der Mann wusste, was die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind, wo man lang fahren und parken kann und wie man wieder zurück kommt. Wir sahen beim ersten Besuch vor allem das historische Stadtzentrum (Zócalo):
- die belebte Fussgängerzone mit der grössten Bäckerei Mexikos, der Pastelería Ideal,
- den Torre Latinoamericana, von dem aus man einen unglaublichen Rundblick über die Stadt geniesst
- die bedeutende, absinkende Catedral Metropolitana von aussen und innen
- den Präsidentenpalast (von aussen) mit dem riesengrossen Platz (Plaza de la Constitución) und der beeindruckenden Mexiko -Flagge
- die archäologischen Grundmauern des Templo Mayor sowie
- die Metrostation Zócalo


Dann fuhr uns unser Guide noch über die Avenida de la Reforma, die wichtigste Strasse in Mexiko City, in Richtung Financial District (Titelbild). Hier wurde mir zum ersten Mal klar, was für eine schöne Stadt Mexiko City ist und dass wir hier sicher noch einige Tage verbringen könnten.
Den Tag beendeten wir in einer Taquería für Einheimische, wo man für kleine Preise nahezu alles vom Rind in einem Taco essen kann.
Mexiko City mit Uber und Touribus
Das zweite Mal in Mexiko City probierten wir den roten Hop-on Hop-off Touribus aus. Cash zahlend konnten wir an einer beliebigen Station zusteigen. Um zu einer nahegelegenen Busstation zu kommen, nutzten wir Uber. Alles klappte perfekt.
Als Mexiko City Reisender darf man sich nicht verwirren lassen: Die Firma Mexico City Tour bietet seit 2000 die Hop-on Hop-off Touren unter dem Namen Touribus an. Den Routenplan kann man der Website von Mexico City Tour herunterladen. Die Website Touribus ist weniger aussagekräftig.
Unsere Fahrt im roten Touribus war sehr angenehm; die Wartezeit an den Stationen nicht zu lang. Für Besucher ohne Sonnenschutz wurden praktische faltbare Sonnenhüte für kleines Geld angeboten. Unserer leistet uns heute, ein Jahr später, immer noch gute Dienste.
Im Touribus kann man Mexiko City aus sicherer Distanz kennenlernen. Man sitzt auf dem offenen Oberdeck und bekommt einen sehr guten Überblick über die Stadtteile, die für Touristen interessant und weitgehend sicher sind.
Apropros Sicherheit: natürlich gibt es einige Basisregeln zu beachten. Hätte ich eine teure Uhr oder einen Brilli, würde ich diese(n) zu Hause lassen. Auch würde ich mich nur in den Stadtvierteln aufhalten, die als sicher gelten. Letzteres bedarf eines Blicks in den Reiseführer oder eben eine Fahrt mit dem Touribus. In der 9 Millionen-Metropole gibt es genügend sichere Stadtviertel, um sich einige Tage zu verlustieren.
Mexiko City auf eigene Faust im Mai 2023
Anlass: Schweizerische Botschaft in Bern
Das bisher letzte Mal besuchten wir Mexiko City im Mai 2023. Der Anlass war eher geschäftlicher Natur: wir wollten eine Vollmacht auf der Schweizerischen Botschaft in Mexiko City anpassen. Meine Erfahrungen hierbei sind sehr positiv gewesen. Auf Mails antwortet die Botschaft innerhalb von 2-3 Tagen. Dies ist deutlich schneller als die Response-Time auf der mexikanischen Botschaft in Bern. Dort wartet man mindestens eine Woche auf eine Antwort.
Wir bekamen unseren Termin wie gewünscht (ich habe mit 2-3 Wochen Vorlauf angefragt). Vor Ort mussten wir uns am Empfang ausweisen und wurden dann von meinem Ansprechpartner empfangen. Innerhalb von 10 Minuten war das Thema abgehakt. Die Gebühren waren auf schweizer Niveau. Kleine Services, wie z.B. etwas Auszudrucken, werden nicht übernommen. Das ist natürlich für Reisende eine Komplikation. Copy-Shops gibt es aber an jeder Ecke.
Das Geschäft auf der Botschaft war schnell erledigt. Die Unterlagen kamen mit DHL innerhalb von 48 Stunden mit beim Schweizer Empfänger an.
Nun liegen ganze 4 Tage Mexiko City vor uns. Wir haben uns dieses Mal vorgenommen, etwas tiefer in die Stadt einzutauchen.
Unterkunft in Mexiko City
Am Anfang steht natürlich immer die Frage, in welchem Stadtviertel man wohnen möchte. Gemäss booking.com logieren Touristen am liebsten im Stadtviertel Polanco. Polanco liegt leicht westlich vom historischen Zentrum und zeichnet sich aus durch viele Restaurants, Boutiquen sowie einen exklusiveren, gehobenen Lifestyle.
Wohnen im Quartier Nápoles
Nach einiger Recherche habe ich mich für das Stadtviertel Nápoles, entschieden: ein weniger bekanntes, aber ruhiges Wohnviertel. Es liegt etwas südlich, ist aber immer noch zentrumsnah. Die Sehenswürdigkeiten sind gut erreichbar. In Nápoles sind die Strassen von Bäumen gesäumt und man findet zahlreiche Parks.
Erlebenswert ist das Restaurant Bellini im 45. Stock des World Trade Centers Ciuda de México. Das Bellini ist laut Guinnes World Records, das weltweit grösste Drehrestaurant. Für die 360° Drehung braucht das Restaurant rund eine Stunde. So kann man eine Kleinigkeit essen und sich einen guten Überblick über das endlose Häusermeer verschaffen. Ganz günstig ist des Restaurant natürlich nicht. Mit preiswerten Tacos und einem Burger von der Vorspeisenkarte haben wir etwas leckeres und budgetfreundliches auf dem Teller.




Fortbewegung mit Uber, Metro und Metrobus
Für den Transfer zur schweizerischen Botschaft nutzen wir mal wieder einen Uber. Uber fahren ist eine gute Sache in Mexiko City:
- Die Autos sind in sehr gutem Zustand.
- Sie sind in nullkommanix da und
- die Tarife liegen nochmals unter denen von Mazatlán.
- Die Fahrer/innen sind sehr nett und – wenn man dies möchte – auch kommunikativ.
Wir fragen einen jungen Uber-Fahrer nach der Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Er erklärt uns, dass wir eine Tarjeta benötigen, die wir mit Geld aufladen müssen. Zufällig hat er eine dabei und schenkt uns diese.
Kosten für Metro- oder Busticket in CDMX
Eine Fahrt mit der Metro oder dem Metrobus kostet im Mai 2023 6 Pesos (= 0.3 CHF), unabhängig von der Fahrstrecke. Das ist natürlich unschlagbar günstig. Die Karten kann man am Automaten an der Station (mit Karte) oder am Schalter (cash) aufladen.
Unterwegs mit dem Metrobus in CDMX
Wir werden mutig mit der Fortbewegung: Für Strecken, die wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigen können, nutzen wir diese. Vor allem der Metrobus hat es uns angetan, da dieser engmaschig verkehrt und uns nahe an unsere Unterkunft bringen kann.
Das Metrobus Konzept habe ich so in noch keiner anderen Stadt zuvor gesehen. Die Fahrspuren sind baulich vom übrigen Verkehr getrennt und die Bushaltestellen sind knapp einen Meter erhöht gebaut. Um hier hoch zu kommen, geht man durch eine Schranke, die sich mit der Tarjeta – unter Abbuchung der 6 Pesos – öffnet. Die extrem erhöhte Bordsteinkante stellt bisweilen für die Busfahrer eine Herausforderung dar, insbesondere wenn die Haltestelle nicht geradeaus angelegt ist. Er muss nahe genug heran fahren, dass die Fahrgäste gut einsteigen können. Wenn er jedoch zu nahe kommt, besteht die Gefahr, dass er den Bus beschädigt und sich gar festfährt (so passiert, während wir da waren).






Sämtliche Metro- und Metrobus-Haltestellen haben nicht nur einen Namen, sondern auch ein eindeutiges Symbol. Das ist nicht nur für Analphabeten hilfreich, sondern auch für Touristen aus Regionen, die das lateinische Alphabet nicht kennen.
Zu Fuss durch Mexiko City
In einem Café im Stadtteil Roma hatten wir letztes Jahr einen jungen Deutschen mit seiner Mutter aus Sachsen kennengelernt. Die Mutter war zu Besuch. Der junge Mann lebte und lebt immer noch in Mexiko City. Wir verabreden uns wieder mit ihm. Er kennt sich gut in der Stadt aus und so erlaufen wir einen Nachmittag lang die zentralen Stadtviertel von México City. Wieder durchstreifen wir ganze Strassenzüge mit dem immer gleichen Warenangebot. Genau so, wie wir es schon in Guadalajara kennen gelernt haben. Dieses Mal sind es Schreibwaren, Drucker und Kopierer. Aber auch vieles andere wird an diesem Pfingst-Sonntag auf den Strassen von Mexiko City angeboten. Ein unglaubliches und beeindruckendes Szenario.
Durch diesen Fussmarsch haben wir nun nochmal eine bessere Vorstellung wie die zentralen Viertel von Mexiko City zusammenhängen.
Sehenswürdigkeiten in Mexiko City, die wir im Mai 2023 besuchten
Castillo de Chapultepec
Dieses Mal besichtigten wir das Castillo de Chapultepec. Es ist im Chapultepec Park auf einer Anhöhe. In diesem Schloss residierte der von Napoleon III. eingesetzte österreichische König Maximilian I. Dessen Ende wurde 1867 von einem Militärgericht in Querétaro besiegelt. Heute ist es ein Museum zur mexikanischen Geschichte. Besonders eindrucksvoll fanden wir den Teil, der die Geschichte bis zur Invasion der Spanier behandelt.










Von der Terrasse aus hat man einen gigantischen Blick auf die Skyline von Mexiko City. Insbesondere auf den Paseo de la Reforma, mit den beeindruckenden Wolkenkratzern des Financial Districts.
Nationalmuseum für Anthropologie
Weitere Museumsbesuche fallen leider wegen des Feiertags Pfingstmontag aus, an dem alle Museen geschlossen sind. Immerhin standen wir nun vor dem weltberühmten Nationalmuseum für Anthropologie. Beim nächsten Mal in Mexiko City wollen wir einige Stunden oder Tage dort verbringen.
Digital Nomad Cafés im Stadtviertel Roma Nord
Dafür machen wir uns auf die Suche nach Digital Nomad Cafés und werden vor allem im Stadtviertel Roma Nord fündig. Diese in Google dementsprechend gekennzeichneten Cafés haben Stromanschlüsse, leistungsfähige W-LANs und eine angenehme Atmosphäre. Sie werden von den Gästen auch bestimmungsgemäss genutzt. Man kann stundenlang sitzen, arbeiten und dabei überschaubar konsumieren. Das Einzige, was mich auf lange Sicht stören würde, wäre die Musik, die permanent im Hintergrund dudelt.

Für uns ist es ein guter Zeitvertreib, vor allem weil es fast jeden Nachmittag 30-60 Minuten regnet. Das eher östlich gelegene Stadtviertel Roma ist auch insgesamt sehr entspannt und lädt zum Spazieren ein.



Mítikah- Tower im Stadtviertel Coyoacán
Das Highlight des letzten Tages bildet der Mítikah-Tower im weiter südlich gelegenen Stadtviertel Coyoacan. Wir hatten den Turm einige Tage zuvor vom World Trade Center aus gesehen und sind neugierig geworden. Mit 267 Metern und 68 Etagen ist es aktuell das höchste Gebäude von Mexiko City. Architektonisch ebenfalls sehr beeindrucken ist das nebenliegende, grosse Einkaufszentrum (Coyacán Shopping Center). Das Angebot ist geprägt von den üblichen globalen Marken.






Das Stadtviertel macht mir den Eindruck, als könnte es ein nächstes Boom-Viertel werden. Nur mein Bauchgefühl, natürlich.
Nos vemos, México City (CDMX)! Wir sehen uns bestimmt bald wieder.
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