Nach der Busfahrt von Guadalajara bringt uns ein Uber zu unserem Gästehaus in Mazatlán, welches ich für drei Nächte gebucht habe. Die Unterkunft habe ich vor allem aufgrund der Lage ausgewählt: der Strand an der Zona Dorada (Golden Zone) soll gut zum Baden sein. Ausserdem befinden wir uns hier näher am historischen Zentrum als z.B. der Cerritos Beach, der noch einige Kilometer weiter nördlich liegt. Ich habe mich nicht verschrieben: Einen Cerritos Beach gibt es hier auch, genauso wie auf der Baja California Sur. Cerritos bedeutet kleine Hügel. Die Bedeutung kann aber je nach Kontext variieren.
Es ist nicht einfach, den Zugang zum Gästehaus zu finden und Baulärm stört unseren Anruf bei Host Alfredo empfindlich. Hitze und Gepäck tun ihr übriges, um die Aktion „Check-In“ in Stress ausarten zu lassen. Das Wichtigste verstehen wir: am Eingangstor befindet sich ein Schlüsselsafe. Wir erfahren die Nummernkombination und können uns Zugang verschaffen.
Die Unterkunft liegt nur wenige Meter vom Strand entfernt. Zum Meer gelangt man über eine kleine Passage.
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Allerdings ist es sehr laut hier:
- Im benachbarten Hochhaus wird Schutt über eine Rutsche aus mindestens 30 Metern Höhe herunter gekippt. Hinzu kommt die sanfte Musik der Bohrhämmer. Später lernen wir, dass in Mazatlán, vor allem an der Standpromenade, extrem viel gebaut wird.
- Unsere Unterkunft ist der Strasse zugewandt. Diese wird stark von Autos und sonstigen ungewöhnlichen Gefährten frequentiert.
- Gegenüber befindet sich ein Restaurant, in dem Livemusik gespielt wird.
- Unsere Unterkunft mit einer Fassade aus Einfachverglasung bietet dem Lärm keinen Widerstand.
Erste Eindrücke vom Nachtleben in Mazatlán
Wir verbringen den Abend auf der leicht erhöhten Dachterrasse und amüsieren uns bei einem Bier über die vorbei fahrenden, bunt beleuchteten Fahrzeuge. In- bzw. auf ihnen feiern nicht ganz nüchterne Mexikaner und Gringos mit lautstarker musikalischer Untermalung in allen möglichen Stilrichtungen. Eine angenehme Meeresbrise weht um die Nase.
Pulmonias, die fahrende Lungenentzündung
Später lernen wir, dass die offenen Taxis Pulmonias genannt werden und ein geschütztes Markenzeichen von Mazatlán sind. Pulmonia heisst übersetzt Lungenentzündung. Dieser Name ist der Tatsache geschuldet, dass man sich in kühleren Jahreszeiten wohl schnell eine Grippe einfangen kann. Kaum vorstellbar für uns bei den aktuellen Temperaturen.
Livemusik bis in den Morgen
Wir geniessen zunächst auch die Livemusik und beschliessen, morgen Abend dort einzukehren.
Doch die Nacht wird eine anstrengende. Der Verkehr ruht vielleicht für 2 Stunden in dieser Nacht und die Musik spielt bis gegen 2 Uhr. Gerädert wachen wir am Morgen auf.
Überraschender Transfer ins historische Zentrum von Mazatlán
Zum Glück kommt Alfredo heute zum formellen Check-In und Abkassieren. Freundlich fragen wir ihn nach einem etwas ruhigerem Zimmer.
Alfredo überrascht unsere Frage nicht und er hat einen Lösungsvorschlag. Glücklicherweise bewirtschaftet er noch andere Objekte, welche – der Saison geschuldet – nicht alle ausgebucht sind. Unter anderem auch das Leyendas Boutique Hotel im historischen Stadtzentrum. Schnell sind unsere Sachen gepackt und auf dem Pick-up vom Alfredo verstaut. Nun muss noch das Hündchen auf dem Vordersitz beruhigt werden und 30 Minuten später finden wir uns in einer entspannten Umgebung wieder. Hier können wir die restlichen beiden Nächte verbringen, zum gleichen Preis und inklusive Frühstück. Wunderbar, diese Ruhe.


Das Hotel liegt nicht weit vom Playa Olas Altas, aber weit genug, um den Verkehr nicht zu hören, der an dieser Stelle auch weniger stark ist.
Nach einem Schläfchen probiere ich nun, hier baden zu gehen. Dabei stelle ich fest, dass der Meeresboden steil abfällt und der Rückstrom stark ist. Auch sehe ich nur noch eine andere Person im Wasser. Ich mache es also kurz und beschliesse, dass dies nicht der Ort ist, an dem ich künftig baden gehen möchte.
Mazatláns entspanntes Flair macht neugierig auf mehr
Die Stadt versprüht eine sehr angenehme Atmosphäre: Einheimische und Touristen aus México sowie Rentner aus den USA und Kanada leben hier fröhlich, entspannt und rücksichtsvoll miteinander. Wir möchten noch etwas mehr hinein spüren in dieses Mazatlán, ausserdem brauchen wir Ruhe. Wir beschliessen, uns ein Apartment für die nächsten vier Wochen zu suchen.
Meine Präferenz liegt immer noch bei den Stränden der Zona Dorada. Im Meer zu baden ist für mich nicht nur eine Freizeitbeschäftigung. Es ermöglicht mir, ein bisschen sportliche Fitness zu bewahren und ich sehe positive gesundheitliche Wirkungen durch das Salzwasser. Auch wenn das Meer hier nicht so makellos ist wie an der Pazifikküste der Baja California Sur.
Las Gaviotas: das ruhige Viertel hinter der Zona Dorada
Meine Recherche stimmt mich positiv. In dem Stadtviertel Las Gaviotas finde ich ein Apartement, welches wir vier Wochen für 1’300 CHF mieten könnten. Zwar wissen wir nicht, ob wir tatsächlich so lange bleiben willen, aber auf der Buchungsplattform wäre der für 14 Tage sogar geringfügig teuer. Das Stadtviertel liegt hinter der Partymeile Zona Dorada. Die Wohnung liegt sich genau genommen fünf Querstrassen von unserer ersten Unterkunft entfernt. Den Strand erreicht man nun in knapp zehn Minuten zu Fuss.
Expedition nach Las Gaviotas mit dem Bus
Wir versuchen das Gebiet vorab mit dem Bus auszukundschaften. Dies gelingt nur teilweise, da sich der Bus immer weiter von der Küste entfernt. Uns wird ein wenig mulmig und wir steigen aus. Zur Orientierung verschwinden wir erstmal in einen Soriana Supermarkt. Ein Uber fährt uns die letzten Meter nach Las Gaviotas. Zu Mittag essen wir im nahe gelegenen Bistro Cevice Bowl, wo wir erfreut feststellen, dass heute happy hour ist. Wir erfahren, dass es Mittwochs immer zwei Gerichte zum Preis für eines gibt. Das Angebot nutzen wir später noch einige Male.
Busfahren in Mazatlán ist ein Thema für sich, das sich auch bis zur unserer Abreise fünf Wochen später nicht wirklich erschlossen hat. Siehe auch hier: City Bus Service auf mazatlantoday.net.
Gus & Gus Livemusik
Das Gus & Gus Restaurant mit der rockigen Livemusik ist nun auch wieder gut zu Fuss zu erreichen. Diesmal jedoch von unserem Appartement aus kaum noch hörbar. Ein Ort, den wir noch öfter aufsuchen werden.
Unser Appartement im Las Gaviotas
Wir haben versucht den Vermieter an der Plattform vorbei zu treffen, auch, um die Unterkunft vorab zu sehen. Das gelang uns leider nicht. Die Anreise war etwas mühsam. Wir mussten erst lernen was Hausnummer und Appartementnummer sind, da hatte uns der Uber bereits an der falschen Adresse, zum Glück aber in der richtigen Strasse abgesetzt. Die brennende Mittagshitze liess den Schweiz in Strömen fliessen.
Nun letztendlich haben wir unser neues Apartment gefunden. Wir waren die ersten Mieter. Dann sind die Möbel zwar neu, wesentliche Einrichtungsgegenstände fehlen. Und ob alle Installationen funktionieren, dass weiss man ja auch nie. Die Übergabe war herausfordernd. Nicht nur, dass der ältere Herr ausschliesslich spanisch spricht, er hat auch noch irgendein Problem mit der Aussprache.
Jetzt wohnen wir für vier Wochen in zwei Schlafzimmern. Haben zwei Bäder, ein Wohnzimmer mit offener Küche sowie eine gemeinschaftlich nutzbare Dachterrasse. Soviel Luxus hatten wir schon lange nicht mehr.
Was haben wir nun für die nächsten Tage geplant?: ¡Nada!
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