Von Guadalajara nach Mazatlán mit dem Bus

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Inhaltsverzeichnis

    Heute reisen wir mit dem Bus von Guadalajara nach Mazatlán. Genauer gesagt starten wir am Busterminal in Zapopan, das nordöstlich von Guadalajara liegt.

    Wir haben grosszügig Zeit für mögliche Staus und noch einen Kaffee eingeplant. Unser Uber wartet pünktlich vor unserer Unterkunft und wir erreichen unser Ziel zügig. Ein reibungsloserer Start in den Tag.

    Busterminal Zapopan

    Leider haben wir mal wieder die Rechnung ohne den (Kaffee-)Wirt gemacht. Denn einen vernünftigen Kaffee gibt es hier nicht. Ebensowenig ist im Busbahnhof etwas sinnvolles zum Essen zu finden. Ausschliesslich Chips und Süsses.

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    Wir warten also mit einem etwas leeren Bauch auf den Bus. Abfahrt 8:30h. Und warten…

    Busse anderer Linien kommen. Menschen steigen ein und fahren wieder ab. Nur von unserem Anbieter, Transportes y Autobuses del Pacifico (TAP), ist weit und breit kein Bus zu sehen. Ich werde nervös und frage mich „Sind wir überhaupt richtig? Gibt es eventuell noch einen anderen Busterminal?“

    Auf meine Fragen an TAP Schalter und Terminal bekomme ich keine soliden Antworten. Die Aussage, dass es heute viel Verkehr gibt, erscheint noch am plausibelsten. Mit einer Stunde Verspätung kommt der Bus an. Wir lernen, dass Mazaltlán lediglich ein Zwischenhalt ist. Erst in Tijuana, an der Grenze zur USA, wird der Bus sein Reiseziel erreicht haben. Bis dahin sind es noch rund 2’200 Kilometer. Wir werden davon nur 480 Kilometer mitreisen.

    Unsere grösseren Taschen können wir in den Laderaum des Busses geben. Wir erhalten ein Ticket, welches man vorzeigen muss, um die Sachen später wieder zu bekommen. Karsten findet das sehr vertrauenserweckend. Er kann sich an Busfahrten in Mittelamerika erinnern, wo man bei jedem Halt aufpassen musste, dass niemand das Gepäck mitnimmt.

    Nachdem unser Handgepäck oberflächlich durchsucht wurde können wir einsteigen. Der Bus ist sehr bequem. Er bietet viel Beinfreiheit, saubere Toiletten und eine moderate Klimatisierung. USB-Charger und sogar individuelles Fernsehen mit einem umfangreichen Programm (alles auf Spanisch) sind vorhanden.

    Durch Agaven- und Mangoplantagen

    Wir benötigen kein Fernsehen, der Blick aus de Fenster ist unterhaltsam. Zunächst geht es auf einer hügeligen, zweispurigen Strasse durch weitreichende Agavenfelder. Man sieht hier und da verkohlte oder auch brennende Felder. Wir machen uns Gedanken, wie es zu den Bränden kommt und warum sie niemand löscht.

    Die Stadt Tequila, ein Touristenmagnet, liegt nur wenig nördlich der Strecke. Der Bus ist zügig unterwegs und man hat beinahe das Gefühl, in einem Zug zu sitzen. Nach rund einer Stunde halten wir kurz, zwecks optionaler Taco-Versorgung durch fliegende Händler. Bald verändert sich das Landschaftsbild: die Agavenfelder werden von einem steppenartigen Gebiet abgelöst. Es geht stetig leicht bergab und die Strasse ist nur noch einspurig. Der Busfahrer bremst selten und nutzt den Schwung, um zu überholen.

    Impressionen von der Busfahrt durch Agavenfelder und Mangoplantagen

    Nächster Halt „Tepic“

    Der nächste reguläre Halt ist die Stadt Tepic. Die Aussenquartiere der Stadt sind nicht besonders ansprechend. Die Stadt zieht sich endlos.

    Als wir dann noch einen zweiten Busbahnhof in Tepic anfahren, muss ich doch mal das Internet befragen, was es mit dieser Stadt auf sich hat. Tepic hat rund 270’000 Einwohner und das Stadtzentrum soll sehr schön sein. Es gibt eine Universität und als Sitz des Bistum Tepic verfügt die Stadt über eine prächtige Kathedrale.

    Lebensmittelkontrolle an der Staatsgrenze nach Sinaloa

    Gut 1.5 Stunden vor Ankunft in Mazatlán – an der Grenze zum berüchtigten Bundesstaat Sinaloa – stoppt der Bus unvermittelt. Eine uniformierte Person gibt für uns unverständliche Anweisungen. Alle Mitreisenden stehen auf und steigen mit ihrem Handgepäck aus. Wir tun es ihnen gleich. Die Koffer im Laderaum wurden bereits entladen und durchsucht. Nun folgt das Handgepäck. Es darf kein Obst nach Sinaloa eingeführt werden. Wer etwas dabei hatte, dem wird es jetzt abgenommen. An einem Tisch im Hintergrund schneidet jemand das konfiszierte Obst auf und kontrolliert es, bevor er es vernichtet.

    Meine Recherche ergibt, dass das Verbot dazu dient, die Landwirtschaft vor eingeschleppten Schädlingen und Krankheiten zu schützen. Ich erinnere mich daran, dass es auch bei der Einreise nach Mexiko verboten ist, frische Lebensmittel einzuführen.

    Die letzten 150 Kilometer unserer Strecke sind gesäumt von grossen und kleinen Mango-Plantagen.


    Sinaloa ist ein grosser Obst-und Gemüseproduzent. Die Tomatenproduktion belief sich in 2019 auf ca. 764’000 Tonnen.
    Die geschätzte Produktion von Paprika betrug in 2021 ca. 252’000 Tonnen und Zwiebeln ca. 147’000 Tonnen.
    In 2022 wurden in Sinaloa knapp 270’000 Tonnen Mangos produziert, 211’000 Tonnen davon wurden exportiert.


    Ankunft in Mazatlán

    Für den Transfer vom Busbahnhof zu unserer Unterkunft in Mazatlán nehmen wir wieder einen Uber. Der ist, wie gewohnt, zügig zur Stelle.

    Saludos, Mazatlán!


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